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Was Unternehmen aus einem Cyberangriff lernen können

Was Unternehmen aus einem Cyberangriff lernen können

Cyberangriffe können kleine und mittlere Unternehmen ebenso wie große Unternehmen trotz umfangreicher Schutzmaßnahmen treffen und schwerwiegende Folgen haben. Hohe finanzielle Verluste, aber auch Rufschädigung und Vertrauensverluste bei den Kunden können Unternehmen in den Ruin treiben. Es gilt, den Fall zu analysieren und die richtigen Vorkehrungen für die Zukunft zu treffen, um das Risiko künftiger Angriffe zu reduzieren.

Cyberkriminalität auf hohem Niveau

Unternehmen können aus Cyberangriffen nicht nur lernen, wenn sie selbst davon betroffen waren. Auch aus Cyberangriffen in großem Stil, über die in den Medien berichtet wird, können Unternehmen lernen und die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen treffen.

In Deutschland bewegt sich Cyberkriminalität auf hohem Niveau und stellt eine erhebliche Bedrohung für Unternehmen dar.

Das Bundeskriminalamt meldete für 2025 insgesamt 333.922 Fälle und fasste Taten aus dem In- und Ausland zusammen. Mit 207.888 Fällen waren deutlich mehr Angriffe aus dem Ausland als aus dem Inland zu verzeichnen. Cyberangriffe sind damit häufig grenzüberschreitend. Das BKA schätzt, dass es ein erhebliches Dunkelfeld gibt, und beziffert den vermuteten Schaden für die deutsche Wirtschaft auf etwa 202,4 Milliarden Euro.

Da die Täter immer neue Methoden und ausgereifte Technik anwenden, ist es oft schwer, einen Angriff aufzuklären. Helfen kann die forensische Analyse eines Cyberangriffs, bei der digitale Spuren gesichert, dokumentiert und ausgewertet werden.

Cyberkriminalität auf hohem Niveau
Unternehmen können aus Cyberangriffen nicht nur lernen, wenn sie selbst davon betroffen waren – Bild: © DC Studio #2147522979 – stock.adobe.com

Prüfen der vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen und gegebenenfalls Verbesserung

Ein Cyberangriff kann ein Unternehmen tagelang lahmlegen. Neben den erforderlichen

Maßnahmen zur Aufklärung des Falls kommt es darauf an, den Betrieb schnell wieder zum Laufen zu bringen und künftige Angriffe zu verhindern. Dazu müssen die vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen überprüft und gegebenenfalls verbessert werden.

Dabei kommt es insbesondere auf die folgenden Sicherheitsvorkehrungen an:

  • Firewall: Wie sicher ist die Firewall und was muss verbessert werden?
  • Mitarbeiter: Wie gut sind die Mitarbeiter über Cyberkriminalität informiert, wo könnte es Schwachstellen geben, welche Sicherheitsmaßnahmen wenden die Mitarbeiter an und welche Zugriffsbeschränkungen gibt es?
  • Passwortschutz: Nach einem Cyberangriff müssen Unternehmen ihre Passwörter ändern. Die Mitarbeiter müssen für sichere Passwörter sensibilisiert werden, die schwer zu knacken sind.
  • Betroffenes System: Nach dem Angriff ist das betroffene System nicht nur zu bereinigen. Es muss komplett neu aufgesetzt werden.
  • Backups: Um künftige Datenverluste zu vermeiden, ist es wichtig, regelmäßige Backups vorzunehmen und dafür sichere Datenträger zu nutzen. Die Backups sind physisch zu trennen.
  • Sicherheitssoftware: Die vorhandene Sicherheitssoftware muss geprüft werden. Gegebenenfalls muss eine andere Software verwendet oder der Schutz erweitert werden.
  • Schwachstellen: Alle Schwachstellen müssen sorgfältig aufgedeckt und beseitigt werden. Updates sollten zeitnah durchgeführt werden, wenn sie verfügbar sind. Wo es möglich ist, sollten automatische Updates installiert werden.

IT-Sicherheitsaudits durchführen

Um zu prüfen, wie gut der Schutz vor Cyberangriffen in einem Unternehmen ist, sollten regelmäßig IT-Sicherheitsaudits von einer spezialisierten unabhängigen Organisation durchgeführt werden.

Ein IT-Audit ist eine umfassende Prüfung aller genutzten Cybersicherheitsstrategien. Lücken werden aufgedeckt. Unternehmen erhalten Anhaltspunkte, wie sie diese Sicherheitslücken schließen können.

In der Regel startet ein Audit mit der Vorbereitung und der Bestimmung des Prüfungsumfangs. Danach erfolgt eine Analyse der relevanten Systeme, Abläufe und Sicherheitsvorkehrungen. Die Resultate werden festgehalten und beurteilt. Auf dieser Grundlage können spezifische Maßnahmen zur Behebung der identifizierten Schwachstellen geplant und realisiert werden. Ob die Maßnahmen wirksam umgesetzt wurden, kann eine spätere Nachprüfung zeigen.

IT-Sicherheitsaudits durchführen
Um zu prüfen, wie gut der Schutz vor Cyberangriffen in einem Unternehmen ist, sollten regelmäßig IT-Sicherheitsaudits von einer spezialisierten unabhängigen Organisation durchgeführt werden – Bild: © Andrey Popov #2066197255 – stock.adobe.com

Überprüfung der Prozesse

Nach einem Cyberangriff müssen Unternehmen die Prozesse überprüfen. Dabei muss genau analysiert werden, was funktioniert hat und wo es Probleme gab. Die Kommunikation unter den Mitarbeitern, die Wiederherstellung der Daten und die Wiederaufnahme des Betriebs gehören dazu.

Für diese Analysen sollte ein Team für Notfälle zusammengestellt werden.

Dieses Team ist auch für die Prävention von künftigen Angriffen wichtig. Wichtig ist auch der Meldeweg. Dabei ist zu prüfen, wie gut er funktioniert hat. Er muss gegebenenfalls verbessert werden.

Schulung der Mitarbeiter

Regelmäßig, mindestens einmal im Jahr, sind die Mitarbeiter zu schulen. Die Schulungen können durch IT-Spezialisten im eigenen Unternehmen, aber auch durch externe Spezialisten erfolgen.

Bei den Schulungen kommt es darauf an, die Mitarbeiter über neue Formen von Bedrohungen wie Social Engineering und KI-gestützte Angriffe zu informieren. Der sichere Umgang mit Passwörtern gehört ebenso dazu wie das Erkennen von Gefahren wie Phishing, infizierte E-Mail-Anhänge oder unsichere Webseiten.

Es kommt auch auf die Kommunikation unter den Mitarbeitern an. Mitarbeiter sind daraufhin zu schulen, wie sie im Ernstfall zu reagieren haben. Für die Mitarbeiter sind klare Meldewege im Unternehmen festzulegen.

Schulung der Mitarbeiter
Regelmäßig, mindestens einmal im Jahr, sind die Mitarbeiter zu schulen – Bild: © kasto #434669451 – stock.adobe.com

Besserer Schutz für Cloud-Daten

Viele Unternehmen speichern ihre Daten in einer Cloud und sparen damit eigenen Speicherplatz. Die Daten in der Cloud werden zwischen Teams und verschiedenen Standorten geteilt. Dabei kommt es auf Zugangsberechtigungen an.

Die Cloud bietet Vorteile, doch bestehen auch Risiken. Sensible Daten könnten in die falschen Hände gelangen und missbraucht werden. Um das zu vermeiden, sind die Zugriffsberechtigungen zu prüfen.

Zusätzlich zu Passwörtern können weitere Sicherheitsmaßnahmen wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung genutzt werden. Für die Zwei-Faktor-Authentifizierung ist neben dem Passwort ein zweiter Faktor erforderlich, um sich anzumelden. Dies kann etwa ein Code aus einer Authenticator-App oder ein anderes geeignetes Verfahren zur Authentifizierung sein.

Die Daten in der Cloud können clientseitig verschlüsselt sein, um sie zusätzlich vor unberechtigtem Zugriff zu schützen. Auch dann, wenn Angreifer Zugriff auf die Cloud erhalten, können sie die verschlüsselten Daten nicht einfach auslesen und verwerten.

Cyberversicherung als Schutz vor den Folgen

Ist noch keine Cyberversicherung vorhanden, sollten Unternehmen aus einem Cyberangriff lernen und eine Cyberversicherung als Schutz vor den Folgen von Cyberkriminalität abschließen. Ein Vergleich der Versicherungen informiert über die verfügbaren Tarife und die enthaltenen Leistungen.

Je nach Vertrag kann eine Cyberversicherung bestimmte Eigenschäden und Kosten, die aus einem Cyberangriff resultieren, abdecken.

Die Versicherung kann helfen, die Kosten durch mögliche Angriffe zu minimieren. Je nach den Bedingungen des Versicherungsvertrags können auch Schäden an Dritten abgedeckt sein, wenn Kunden oder andere Dritte durch einen Cyberangriff betroffen sind.

Notfallplan erstellen

Ist noch kein Notfallplan vorhanden, sollten Unternehmen für das richtige Verhalten nach einem Angriff einen Notfallplan erstellen. Darin sollten alle erforderlichen Maßnahmen festgelegt werden, die nach einem Cyberangriff erforderlich sind.

Dies schließt auch die gesetzlichen Meldepflichten und -fristen ein. Firmen, die dem seit dem 6. Dezember 2025 gültigen NIS2-Umsetzungsgesetz unterliegen, sind verpflichtet, bedeutende Sicherheitsvorfälle dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gestuft zu melden: eine Frühwarnung innerhalb von 24 Stunden, eine Vorfallmeldung innerhalb von 72 Stunden und einen Abschlussbericht nach einem Monat. Bei betroffenen personenbezogenen Daten ist es gemäß der DSGVO normalerweise erforderlich, die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde innerhalb von 72 Stunden zusätzlich zu benachrichtigen.

Im Notfallplan sind auch Zuständigkeiten im Unternehmen festzulegen. Ein Notfallteam aus Mitarbeitern der IT-Abteilung, Rechtsabteilung, PR-Abteilung, anderen wichtigen Mitarbeitern und zuständigen Führungskräften muss zusammengestellt werden. Dieses Team muss sich in regelmäßigen Abständen treffen und die vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen prüfen und gegebenenfalls verbessern.