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Schildkröte als Haustier

Schildkröte als Haustier: Was sollte man wissen?

Schildkröten sind keine Tiere zum Kuscheln, doch dennoch sind einige Arten als Haustiere beliebt. Da sie sehr alt werden können, sind sie über lange Zeit treue Begleiter. Die verschiedenen Schildkrötenarten haben unterschiedliche Bedürfnisse an die Haltung. Einige Arten stellen keine hohen Ansprüche. Werden die Ansprüche an die Haltung nicht erfüllt, leiden die Schildkröten still und sterben früh.

Wichtig vor der Anschaffung von Schildkröten

Schildkröten gehören zu den Reptilien und lebten bereits zu Zeiten der Dinosaurier. Sie können teilweise ein Alter von mehr als 100 Jahren erreichen. Es ist möglich, dass sie ihren Halter überleben.

Die verschiedenen Schildkrötenarten haben unterschiedliche Bedürfnisse. Es ist wichtig, sich vor der Anschaffung über die Bedürfnisse der Schildkröten zu informieren. Schildkröten sind keine Wohnungstiere. Sie können nicht frei in der Wohnung gehalten werden und benötigen ein Außengehege oder Aquarium.

Für die Haltung zu Hause eignen sich verschiedene Land- und Süßwasserschildkröten.

Meeresschildkröten können nicht als Haustiere gehalten werden. Tropische Arten stellen hohe Ansprüche und sind nicht für Anfänger geeignet. Andere Arten von Landschildkröten sind leicht zu halten.

Die Rotwangen-Schmuckschildkröte sowie ihre Unterarten, wie die Gelbwangen-Schmuckschildkröte, sind seit 2016 auf der EU-weiten Liste invasiver Arten gelistet. Tiere, die bereits gehalten werden, dürfen unter Verschluss weiter gepflegt werden, jedoch sind Zucht, Verkauf und Aussetzen untersagt. Es ist daher wichtig, sich über die geltenden Regelungen in der Region für die Haltung von Schildkröten zu informieren. Viele Arten von Schildkröten stehen unter strengem Schutz. Dies trifft ebenfalls auf die üblichen europäischen Landschildkröten zu: Sie müssen gemeldet werden, benötigen eine EU-Bescheinigung und müssen durch Fotodokumentation oder Mikrochip gekennzeichnet sein. Der Erwerb, die Abgabe und der Tod eines Tieres sind der unteren Naturschutzbehörde oder dem Umweltamt zu melden.

Schildkröten gehören zu den Reptilien
Schildkröten gehören zu den Reptilien und lebten bereits zu Zeiten der Dinosaurier – Bild: © Sergey Ryzhov #131023457 – stock.adobe.com

Als Haustiere geeignete Schildkrötenarten

Es gibt mehr als 360 Schildkrötenarten, von denen jedoch nur wenige als Haustiere geeignet sind. Landschildkröten sind einfacher als Süßwasserschildkröten zu halten. Auch wenn sie sich nur langsam bewegen, benötigen sie genügend Platz. Ein Außengehege muss artgerecht angelegt werden.

Als Haustiere eignen sich die Griechische Landschildkröte, die europäischen Formen der Maurischen Landschildkröte sowie die Breitrandschildkröte.

Sie eignen sich auch für sachkundige Einsteiger.

Im Gegensatz dazu sind die Ägyptische und die Tunesische Landschildkröte anspruchsvoll und sollten nur von erfahrenen Personen gehalten werden; die Ägyptische Landschildkröte ist zudem vom Aussterben bedroht. Beide Arten gehören zu den Mini-Schildkröten und bleiben klein, doch ihre geringe Größe bedeutet nicht, dass der Pflegeaufwand geringer ist.

Wasserschildkröten können je nach Art in einem Gartenteich oder im Aquarium gehalten werden. Die Moschusschildkröte und die Rückenstreifen-Zierschildkröte sind geeignete Haustiere. Die Moschusschildkröte ist eine der Mini-Schildkröten unter den Wasserschildkröten: Sie gehört zu den kleinbleibenden Arten mit einer Panzerlänge von bis zu etwa 15 Zentimetern.

Es gibt mehr als 360 Schildkrötenarten
Es gibt mehr als 360 Schildkrötenarten, von denen jedoch nur wenige als Haustiere geeignet sind – Bild: © schankz #2001432370 – stock.adobe.com

Winterstarre von Schildkröten

Wer eine Schildkröte als Haustier halten möchte, sollte wissen, dass diese Tiere wechselwarm sind. Im Winter verfallen viele Arten, darunter die europäischen Landschildkröten, in eine Winterstarre, die je nach Art von November bis März andauern kann. Tropische Arten sowie die Ägyptische Landschildkröte gehen nicht in Winterstarre. In diesem Zeitraum findet nahezu kein Stoffwechsel statt. In dieser Zeit atmen die Tiere kaum.

Für die Zeit der Winterstarre gibt es verschiedene Möglichkeiten für die Unterbringung. So unglaublich es klingt, können die Tiere in einem separaten Kühlschrank bei einer Temperatur von 4 bis 7 Grad Celsius überwintern. Gut geeignet ist auch ein Keller.

Einmal pro Woche sollten Besitzer nach ihrer Schildkröte schauen und das Gewicht kontrollieren.

Während der Winterstarre sollten die Tiere nicht mehr als 5 Prozent ihres Körpergewichts verlieren. Bei einem höheren Gewichtsverlust sollte ein Tierarzt konsultiert werden.

Im Garten sollten Schildkröten nicht überwintern, da sie sich oft sehr tief vergraben und mitunter nicht mehr gefunden werden. Sie können dort auch von anderen Tieren wie Mardern oder Ratten in ihrer Winterstarre gestört werden. Dagegen kann man die Tiere kontrolliert überwintern lassen, indem man sie in einem gesicherten, temperaturüberwachten Frühbeet oder Schutzhaus im Freigehege unterbringt.

Schildkröten in Einzel- oder Gruppenhaltung

Schildkröten gelten nicht als gesellig und sind in der Natur vorwiegend Einzelgänger. Daher ist es kein Problem, eine Schildkröte einzeln zu halten.

Wer jedoch Schildkröten in der Gruppe halten möchte, sollte nur Tiere der gleichen Art halten. Schildkröten verschiedener Arten können unterschiedlich auf Krankheitserreger reagieren und haben mitunter unterschiedliche Ansprüche an die Haltung.

Für die Gruppenhaltung bieten sich Weibchen einer Art an. Männchen tragen Revierkämpfe aus und sind außerordentlich paarungswillig. Werden mehrere Tiere gehalten, muss der Lebensraum ausreichend groß sein. Für jedes Tier sollten genügend Versteck- und Schlafmöglichkeiten vorhanden sein.

Schildkröten gelten nicht als gesellig
Schildkröten gelten nicht als gesellig und sind in der Natur vorwiegend Einzelgänger – Bild: © Oksana #744798536 – stock.adobe.com

Haltung von Landschildkröten

Landschildkröten benötigen ein abwechslungsreich gestaltetes Gehege mit vielen Rückzugsmöglichkeiten. Ein Terrarium reicht nicht aus. Die Tiere möchten sich wärmen, klettern und graben. Ein Freigehege zusammen mit einem Frühbeet oder einem Gewächshaus ist empfehlenswert. Das Gutachten des Bundeslandwirtschaftsministeriums gibt für zwei Tiere einen Mindestrichtwert von acht Panzerlängen in der Länge und der Hälfte dieser Länge in der Breite an; die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz empfiehlt etwa 25 × 10 Panzerlängen. Mit zunehmender Größe der Tiere steigt der Platzbedarf. Das Gutachten von 1997 wird momentan überarbeitet; Halter sollten die aktualisierten Mindestanforderungen beachten.

Der Boden sollte mit einem Substrat ausgestattet sein, das nicht staubt. Gut geeignet sind Flusssand, feiner Kies oder Rindenmulch. Zusätzlich kann Laub oder Heu auf den Boden gegeben werden. Eine Schale mit Wasser als Bade- und Trinkmöglichkeit sollte vorhanden sein. In jedem Fall benötigen Schildkröten viel Sonne.

Haltung von Wasserschildkröten

Wasserschildkröten können in einem Aquarium und in den Sommermonaten auch in einem Gartenteich gehalten werden. Die Dimensionen des Aquariums orientieren sich an der Panzerlänge des größten Tieres: Das Gutachten des Bundeslandwirtschaftsministeriums empfiehlt je nach Art eine Länge von drei bis fünf Panzerlängen und eine Breite, die der Hälfte dieser Länge entspricht.

Wasserschildkröten halten sich nicht ausschließlich im Wasser auf. Sie benötigen daher auch schwimmende Inseln, Steine, Holzstücke und einige ungiftige Pflanzen.

Über dem Landteil sollten ein Wärmestrahler als Sonnenplatz und eine UV-Lampe angebracht sein. Wasserfilter sorgen für eine gute Wasserqualität.

Im Gartenteich benötigen Wasserschildkröten genügend Platz, Kletterhilfen und Flachwasserzonen. Der Gartenteich sollte ausbruchsicher sein. Wer Schildkröten im Gartenteich halten möchte, sollte daran denken, keine Fische zu halten, da sie von den Schildkröten gefressen werden könnten.

Ernährung von Schildkröten

Schildkröten haben einen ziemlich langsamen Stoffwechsel und kommen einige Zeit ohne Nahrung aus. Die Ernährung hängt davon ab, ob es sich um Land- oder Wasserschildkröten handelt.

Landschildkröten sind Pflanzenfresser und ernähren sich von verschiedenen Kräutern. Gut geeignet sind auch Löwenzahn, Spitzwegerich und Brennnesseln. Heu stellt ein wichtiges, rohfaserreiches Futter dar und sollte immer verfügbar sein. Obst eignet sich nicht, da es Fruchtzucker enthält. Auch Gemüse kann nicht als Futter verwendet werden. Das Futter sollte frisch und vielfältig sein.

Schildkröten benötigen Kalzium, das dem Futter in Form von Eierschalen oder Kalkpulver zugeführt werden kann.

Wasserschildkröten als Allesfresser benötigen nicht nur pflanzliches Futter, sondern auch Regenwürmer, Wasserschnecken, Heuschrecken und kleine Fische. Als pflanzliche Ernährung eignen sich Wasserpest oder Wasserlinsen. Ganze kleine Fische versorgen die Wasserschildkröten mit Kalk. Zusätzlich können Sepiaschalen gegeben werden.