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Wie gefährlich ist WLAN-Strahlung wirklich?

Wie gefährlich ist WLAN-Strahlung wirklich?

Im digitalen Zeitalter wird das WLAN überall genutzt. Es ist nicht nur im Büro und zu Hause, sondern auch in verschiedenen öffentlichen Gebäuden und in Zügen vorhanden. Die Technologie ermöglicht den Zugriff auf das Internet. Die Frage drängt sich auf, wie gefährlich die von einem Router gesendete WLAN-Strahlung, die eine kabellose Internetverbindung ermöglicht, tatsächlich ist.

Kabelloser Internetzugang mit WLAN

WLAN steht für Wireless Local Area Network, also ein kabelloses lokales Netzwerk, über das sich in der Regel auch auf das Internet zugreifen lässt. PC, Notebook, Tablet oder Smartphone können kabellos miteinander verbunden werden und auf das Internet zugreifen. Die WLAN-Reichweiten in Gebäuden liegen bei bis zu 100 Metern. Außerhalb von Gebäuden sind mitunter sogar Reichweiten bis 300 Meter möglich.

Die Strahlenleistung darf laut Bundesnetzagentur im Frequenzbereich von 2,400 GHz bis 2,4835 GHz Werte von 100 Milliwatt nicht überschreiten.

Die Strahlenleistung informiert darüber, wie stark die Strahlung ist, die ein Gerät in seine Umgebung abgibt. Die WLAN-Strahlung und damit auch die Strahlenbelastung sind umso geringer, je weiter der Nutzer von der Strahlungsquelle entfernt ist.

Strahlenleistung WLAN
Die Strahlenleistung darf laut Bundesnetzagentur im Frequenzbereich von 2,400 GHz bis 2,4835 GHz Werte von 100 Milliwatt nicht überschreiten – Bild: ©Pixel-Shot #2094567534 – stock.adobe.com

Angst der Menschen vor den Gefahren der WLAN-Strahlung

Viele Menschen haben Angst vor der WLAN-Strahlung, da sie gesundheitliche Auswirkungen durch Elektrosmog befürchten. Die elektromagnetische Strahlung ist nicht sichtbar und nicht spürbar. Da sie schwer greifbar ist, haben viele Menschen Angst davor. Allerdings gibt es verschiedene Strahlungsquellen, die unterschiedlich zu bewerten sind.

Über die Gefahren der WLAN-Strahlung sind viele Mythen im Umlauf. Die Rede ist davon, dass die Strahlung Krebs, Demenz und andere Erkrankungen begünstigen kann.

Angst der Menschen vor den Gefahren der WLAN Strahlung
Viele Menschen haben Angst vor der WLAN-Strahlung, da sie gesundheitliche Auswirkungen durch Elektrosmog befürchten – Bild: ©Vadym #467977804 – stock.adobe.com

Viele Befürchtungen sind unbegründet

Die meisten Befürchtungen sind unbegründet. Die Strahlungsbelastung elektrischer Geräte wird mit der SAR (Spezifische Absorptionsrate) angegeben. Die SAR informiert darüber, wie viel Strahlenleistung vom menschlichen Gewebe absorbiert wird.

Nach den Empfehlungen von ICNIRP und der deutschen Strahlenschutzkommission, auf die sich auch das Bundesamt für Strahlenschutz bezieht, gilt ein Ganzkörper-Grenzwert von 0,08 Watt pro Kilogramm Körpergewicht. Elektrogeräte mit WLAN-Empfang überschreiten die gesetzlichen Grenzwerte nicht. Das Bundesamt für Strahlenschutz informiert über die SAR-Werte der verschiedenen Geräte.

Dieser Ganzkörper-Grenzwert liegt in ähnlicher Größenordnung wie die maximale Strahlungsleistung von WLAN, ist mit dieser aber physikalisch nicht direkt vergleichbar. Nur selten wird der gesamte Körper von WLAN bestrahlt. Die Belastungswerte sinken bereits bei einem Abstand von einem Meter zum Gerät um 80 Prozent.

Bestimmte Körperteile können direkt betroffen sein, beispielsweise die Beine, wenn ein Notebook direkt auf dem Schoß genutzt wird. Laut Bundesamt für Strahlenschutz ist in diesem Fall eine Belastung von 4 Watt pro Kilogramm Körpergewicht erlaubt..

Die Grenzwerte werden laut Bundesamt für Strahlenschutz nicht überschritten. Ist ein Notebook auf dem Tisch platziert, liegt die Strahlungsleistung bei 1,1 bis 0,2 Watt pro Kilogramm Körpergewicht. Die Strahlungen können nur bei ungünstigen Konstellationen im Grenzbereich liegen.

Wer häufig mit dem Notebook auf dem Schoß arbeitet, muss nichts befürchten. Forschungen ergaben, dass dadurch kein Krebs verursacht wird.

Schädliche Wirkung von WLAN

Dennoch gibt es einzelne Studien, die genauer betrachtet werden sollten: In vereinzelten Studien wurde eine schädliche Wirkung von WLAN nachgewiesen. Ratten und Mäuse wurden ein bis zwei Stunden am Tag elektromagnetischen Feldern ausgesetzt. Das wirkte sich negativ auf die Leber der Tiere aus. Auch bei den Embryonen der Tiere traten Deformierungen auf.

Ob auch Risiken für Menschen bestehen, kann nicht eindeutig gesagt werden.

Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Tiere in diesen Studien deutlich höheren und dauerhafteren Feldstärken ausgesetzt waren, als sie im Alltag mit WLAN-Geräten üblich sind. WLAN-Strahlung sorgt für Elektrosmog. Dabei handelt es sich um die elektromagnetische Strahlenbelastung, die von vielen elektronischen Geräten im Alltag verursacht wird. Elektrosmog steht in dem Ruf, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Konzentrationsprobleme auszulösen.

Wie sich WLAN-Strahlung vermeiden lässt

Die WLAN-Strahlung kann nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand als im Alltag unbedenklich angesehen werden – die oben genannten Tierstudien beziehen sich auf deutlich höhere Expositionen als die im Alltag übliche Belastung und ruft nicht nachweislich Erkrankungen hervor. Dennoch sollten sich Internetnutzer keiner unnötigen Strahlung aussetzen. Um die Auswirkungen der WLAN-Strahlung auf die menschliche Gesundheit zu ermitteln, sind weitere Forschungsergebnisse erforderlich.

Es ist nicht möglich, die WLAN-Strahlung komplett zu vermeiden, denn ein starkes WLAN ist wichtig für eine zuverlässige Internetverbindung.

WLAN-Router sollten möglichst weit entfernt von Orten platziert werden, an denen sich Menschen häufig aufhalten, wie dem Schreibtisch oder dem Bett. Dort, wo Kabelverbindungen möglich sind, sollte auf WLAN verzichtet werden, auch wenn das etwas umständlich sein mag.

Über Routereinstellungen oder eine Zeitschaltuhr kann das WLAN immer dann abgeschaltet werden, wenn es nicht benötigt wird. Der WLAN-Router kann nachts ausgeschaltet werden, da er ein verdeckter Stromfresser ist. So wird weniger schädliches Kohlendioxid produziert. Zum Router sollte der vom jeweiligen Hersteller empfohlene Mindestabstand eingehalten werden (häufig um die 20 Zentimeter). Besser ist ein höherer Abstand.

Das Handy muss in der Nacht nicht in den Flugmodus geschaltet werden. Die Strahlung ist in der Nacht gering, da kaum ein Datenaustausch stattfindet. Wird das Handy direkt am Körper getragen, führt das zu einer niedrigen, aber ungewohnten Strahlenbelastung. Nachts sollte das Handy nicht am Kopfende des Bettes platziert werden.