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Haushaltsbuch: private Buchhaltung hilft beim Sparen

Haushaltsbuch: private Buchhaltung hilft beim Sparen

Viele Menschen kennen das Problem, dass alles Geld ausgegeben ist, obwohl das Monatsende noch in weiter Ferne liegt. Andere können nicht verstehen, warum trotz hohem Einkommen kein Aufbau von Vermögen möglich ist. Oftmals begründen sich diese beiden Faktoren darauf, dass der Überblick über die Einnahmen und Ausgaben fehlt.
Eine gute Lösung ist die private Buchhaltung, die mithilfe von einem Haushaltsbuch gemacht wird. Anhand einer detaillierten Aufstellung der Einnahmen und Ausgaben kann recht leicht herausgefunden werden, wohin das Geld fließt und wo es Einsparpotenzial gibt.

Haushaltsbuch führen: Welche Möglichkeiten gibt es?

Um ein Haushaltsbuch zu führen, muss heute keiner mehr ein Heft verwenden und darin die fixen Kosten und Ausgaben aufschreiben. Durch die technischen Errungenschaften gibt es dafür praktische Apps. Sie sind darauf ausgelegt, diese Aufgabe zu übernehmen und Haushaltsbuch führen soll damit recht einfach gelingen. Ebenfalls kann ein Tabellenkalkulationsprogramm für die private Buchhaltung verwenden werden.

Egal, für welche Methode sich dabei entschieden wird – Nutzer sollten sich klar darüber sein, dass es für die Kostenaufstellung etwas Zeit braucht.

Positiv ist, dass dadurch der Blick für das eigene Konsumverhalten geschärft wird. Eine Einnahmen-Ausgaben-Übersicht lässt sich mit diesen Varianten durchführen.

Haushaltsbuch führen
Um ein Haushaltsbuch zu führen, muss heute keiner mehr ein Heft verwenden und darin die fixen Kosten und Ausgaben aufschreiben – Bild: © naka #484439275 – stock.adobe.com

Der Klassiker: Das Haushaltsbuch

Bevor es mit der Auflistung der Ausgaben losgehen kann, bedarf es ein wenig Vorbereitung, die beim klassischen Haushaltsbuch eher gering ausfällt. Benötigt werden nur Papier und Stift. Danach sollten sich Gedanken darüber gemacht werden, welche Kategorien am besten passen. Für Singles sind die Kategorien der Ausgaben anders als für Familien.

Singles die beispielsweise häufiger ausgehen, sollten darauf achten, dass dieser Bereich genau aufgeschlüsselt wird. Dementsprechend sollte eine Unterteilung in auswärts essen, Kino, Bar oder Club erfolgen. Eine solche Aufteilung ist für Familien meist nicht notwendig. Wenn klar ist, wie das Haushaltsbuch sinnvoll geführt wird, kann auch gleich schon mit der privaten Buchhaltung gestartet werden.
Das klassische Haushaltsbuch ist kein Hexenwerk, kann sozusagen jeder führen und es lässt sich im Handumdrehen anlegen.

Auflistung der Ausgaben
Bevor es mit der Auflistung der Ausgaben losgehen kann, bedarf es ein wenig Vorbereitung, die beim klassischen Haushaltsbuch eher gering ausfällt – Bild: © Simone van den Berg #841891 – stock.adobe.com

Tabellenkalkulation über Excel, Numbers & Co als Haushaltsbuch

Ein wenig zeitaufwendiger ist, wenn ein Tabellenkalkulationsprogramm zum Führen des Haushaltsbuches genutzt werden möchte. Zudem ist Hintergrundwissen notwendig. Dafür lassen sich Numbers von Apple, kostenlose Tabellenprogramme von Open Office oder Excel von Microsoft verwenden.

Wichtig ist bei dieser Variante, dass Nutzer von diesen Programmen mindestens die Basisfunktionen kennen.

Dann gelingt auch das Belegen von einzelnen Feldern mit der Subtraktions- und Additionsformeln. Excel bietet die Möglichkeit, das Haushaltsbuch ganz individuell zu gestalten. Die fertige Tabelle kann auf das Smartphone geladen werden, um gleich unterwegs einzelne Ausgaben einzutragen.

Private Buchhaltung mit einer App auf dem Smartphone

Genauso wie eine Excel-Tabelle auf dem Smartphone bietet die private Buchhaltung mit einer App den Vorteil, dass Nutzer jederzeit Ausgaben eintragen können. Das Haushaltsbuch ist immer griffbereit, sodass keine Ausgabe vergessen werden kann. Die Einträge sind meist schnell erledigt, während das Einrichten und mit dem Bankkonto synchronisieren ein wenig Zeit braucht.

Die Haushaltsbuch-Apps und ihre Aufmachung sind auf eine relativ einfache Handhabung ausgelegt. Der ausgegebene Geldbetrag wird dabei in ein dafür vorgesehenes Feld eingetragen. Anschließend wird ausgewählt, ob bar oder mit Karte gezahlt und wofür das Geld ausgegeben wurde. Dafür lassen sich Rubriken wie beispielsweise Beauty, Haustiere, Lebensmittel, Geschenke, Rechnungen und weitere auswählen.

Die Verwendung der Haushaltsbuch-Apps gestaltet sich recht simpel. Oftmals gibt es auch eine übersichtliche grafische Darstellung in Form von Balken- oder Tortendiagrammen, die automatisch erstellt werden.

Neben den vorgegebenen Kategorien lassen sich mitunter noch eigene noch hinzufügen.

Die Apps für die private Buchhaltung liefern einen guten Überblick. Ein Schwachpunkt bei den Buchhaltungs-Apps kann mitunter die Anbindung an das eigene Bankkonto sein und holprig verlaufen. Seitdem 2019 die EU-Bankenrichtlinie PSD2 in Kraft getreten ist, gelingt der Zugriff auf die Kontodaten nicht mehr so einfach. Nutzer müssen stets eine Authentifizierung über die Banking-App durchführen. Bei den Haushaltsbuch-Apps gibt es eine abgespeckte kostenlose Version, die weniger umfangreich ist und eine Vollversion, die zusätzlich Geld kostet.

Private Buchhaltung mit einer App auf dem Smartphone
Private Buchhaltung mit einer App auf dem Smartphone – Bild: © Liubomir #496688747 – stock.adobe.com

Haushaltsbuch führen und Sparpotenzial erkennen

Mit der privaten Buchhaltung können Nutzer einen guten Überblick über die eigenen Finanzen erhalten und gleichzeitig davon profitieren. Das gilt nicht nur für Sparfüchse, sondern auch für diejenigen, die eigentlich nicht sparsam mit ihren finanziellen Ressourcen umgehen müssen.

Durch eine detaillierte Aufstellung wird der Blick auf Ausgaben gelenkt, die vermeintlich gering sind. In der Summe kommt letztendlich doch ein hoher Betrag zusammen. Bei den Ausgaben gibt es Bereiche, die ein großes Sparpotenzial bereitstellen.

Hohe Kosten entstehen, wenn sich regelmäßig ein Coffee-to-go oder ein belegtes Brötchen gegönnt wird. Schnell kommt dabei eine dreistellige Summe im Monat zusammen. In vielen Fällen kann auch die Mobilität eine Menge Geld einsparen. Wer das Auto nur selten braucht, fährt auf lange Sicht günstiger mit Carsharing.

Das meiste Sparpotenzial gibt es bei Auto, Snacks und Versicherungen

Auch diejenigen, die regelmäßig auf das Auto angewiesen sind, können die Kosten herunterschrauben. Es kann sich durchaus lohnen, von einer PS-starken Familienkarosse, die nur für Urlaube gebraucht wird, auf einen Kleinwagen umzusteigen.

Möchte mit der Familie in Urlaub gefahren werden, gestaltet es sich günstiger, wenn für den Zeitraum ein größeres Fahrzeug von einer Autovermietung genutzt wird.

Sparen bedeutet nicht immer, dass verzichtet werden muss.

Es gibt auch Veränderungen, die nicht schmerzlich sind. So lohnt es sich, einen Versicherungscheck durchzuführen und zu schauen, ob die Versicherungen günstig sind und zur Lebenssituation passen. Auch bei der Energieversorgung lassen sich einige Euro sparen. Zahlreiche Haushalte nutzen den örtlichen Stromanbieter und eine teure Grundversorgung bei Strom und Gas. Durch einen Wechsel des Anbieters lassen sich mehrere Hundert Euro einsparen.

Sparen bedeutet nicht immer Verzicht
Sparen bedeutet nicht immer, dass verzichtet werden muss – Bild: © Brian Jackson #371172483 – stock.adobe.com

Haushaltsbuch führen und Rücklagen bilden

Unvorhergesehene Ausgaben wie Stromnachzahlungen oder Reparaturkosten für das Auto machen das Leben zudem schwer. Wer aber ein Haushaltsbuch führt, kann diese Ausgaben einplanen.

Das gelingt, indem überlegt wird, welche unvorhergesehenen Ausgaben im nächsten Jahr anstehen können. Dafür wird dann monatlich eine bestimmte Summe zurückgelegt.

Wie lange ein Haushaltsbuch führen?

Um sich über das eigene Ausgabeverhalten einen Überblick zu verschaffen, sollte mindestens drei Monat lang ein Haushaltsbuch geführt werden. Ein echter Sparkurs lässt sich einschlagen, wenn die private Buchhaltung mindestens ein Jahr durchgeführt wird.
Wer Schulden hat oder einfach wissen möchte, wo das ganze Geld immer hingeht, sollte dauerhaft ein Haushaltsbuch führen.